Eine kleine Geschichte vom großen Paul Pierce

Mittwoch, 8. Februar 2012 von

Eine kleine Geschichte vom großen Paul Pierce

Paul Pierce

Schließt mal eure Augen und denkt an irgendeinen Spieler in der großartigen Geschichte der Boston Celtics (Ok, doof: Wie wollt ihr eure Augen schließen und gleichzeitig hier weiterlesen… mein Fehler!). Es gibt so viele legendäre Größen dieses traditionsreichen Vereins. Bill Russel, Kevin McHale, Robert Parish und natürlich Larry Bird. Zusammen haben diese Jungs ungefähr so viele Meisterringe wie die Inuit Wörter für Schnee. Doch die Geschichte lebt weiter und die Historien der Celtics sind noch nicht zu Ende geschrieben. Seit heute Nacht hat sich nämlich noch ein ganz anderer Spieler in die Riege dieser ganz Großen einsortiert. Nein, sogar über alle eben genannten. Die Rede ist von Paul Pierce.

Gedraftet wurde dieser Paul Pierce 1998 erst an zehnter Stelle. Statt ihm (und Leuten wie Carter und Nowitzki) hatten die Clippers an eins Mikael Olowakandi gezogen, Aua! Der junge Paul kam aus Inglewood in Kalifornien, seine Größen waren Magic Johnson und Snoop Dogg. Dass ihn ausgerechnet die Erzfeinde aus Boston wählen würden, wird er sich sicher nicht gewünscht haben. Dass er einmal einer ihrer besten Spieler würde, daran hätte er wohl nicht im Traum gedacht.

Doch Pierce machte richtig gute Arbeit in Massachusetts. Von seiner Rookie-Saison an warf und traf er den Ball überraschend gut. Erstaunlich auch seine Eingliederung in Boston. Keine Spur von Gang-Blödeleien aus LA, Paul blieb anständig und hatte nur ein Ziel: gewinnen. So kam er durch seine ersten Profijahre. Erlebte sensationelle Nächte (das Comeback gegen die Nets in den Playoffs 2002) und grauenhafte Jahre mit den Grünen (Saisons 2005-2007). Doch auch in den tristesten Stunden blieb er der Mannschaft treu, das sollte sich auszahlen. Als er für die Saison 2007-2008 mit Kevin Garnett und Ray Allen plötzlich zwei Stars zur Seite gestellt bekam, opferte er seine eigenen Punkte-Orgien für Teamplay und Siege. Die Celtics wurden 2008 endlich NBA-Meister, Paul Pierce traf in Spiel Eins ein Four-Point-Play und wurde trotz kleiner Verletzung zum MVP der Serie ernannt. Dass er in Los Angeles ausgepfiffen wurde, störte den Wahl-Bostoner nicht im Geringsten.

Paul Pierce ist nicht der schnellste, nicht der sprunggewaltigste und auch nicht der stärkste Small Forward der Liga. Doch seine Spielintelligenz und sein unbändiger Wille machen ihn immer noch zu einem der besten seiner Zunft. Lebron kann höher springen, schneller laufen und sicherer driven, den Ring hat Paul Pierce.

Heute Nacht hat Pierce mit einem Dreier im dritten Viertel gegen die Bobcats den großen Larry Bird überholt und ist nun der Celtic mit den zweitmeisten Punkten in der Geschichte. Einzig John Havlicek steht noch vor ihm, dieser Rekord steht aber schon seit den Siebzigerjahren. Wem es immer noch nicht klar war, der hat es spätestens seit gestern verstanden: Paul Pierce ist einer der besten Celtics aller Zeiten. Wenn nicht sogar einer der Besten überhaupt.

Season Tm G FG% PTS
1998-99 BOS 48 .439 16.5
1999-00 BOS 73 .442 19.5
2000-01 BOS 82 .454 25.3
2001-02 BOS 82 .442 26.1
2002-03 BOS 79 .416 25.9
2003-04 BOS 80 .402 23.0
2004-05 BOS 82 .455 21.6
2005-06 BOS 79 .471 26.8
2006-07 BOS 47 .439 25.0
2007-08 BOS 80 .464 19.6
2008-09 BOS 81 .457 20.5
2009-10 BOS 71 .472 18.3
2010-11 BOS 80 .497 18.9
2011-12 BOS 21 .423 18.4
Career 985 .448 22.1
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Generated 2/8/2012.


(Foto von Keith Allison)